Das Schillerjahr 2005

Friedrich Schiller

Schiller – Der Dichter

Ein zeitloser Dichter

Der Mann aus Marbach kam 1759 auf die württembergische Welt und starb in Weimar in Thüringen, während der Arbeit am “Demetrius”, da war er gerade mal 45 Jahre alt. Und doch ist er noch heute, im 21. Jahrhundert, ein Begriff selbst für die, die sich lediglich rudimentär mit Literatur und Sprache befassen. Auch wenn Schüler vielleicht widerwillig seine berühmte “Glocke” zitieren (“Festgemauert in der Erden steht die Form, aus Lehm gebrannt. Heute muss die Glocke werden, frisch, Gesellen, seid zur Hand! Von der Stirne heiß rinnen muss der Schweiß, soll das Werk den Meister loben! Doch der Segen kommt von oben.”) – da bedient sich selbst der simpelste Reklamesprüchepoet nach wie vor gern. Und womöglich greift eben dieser widerwillige Schüler Jahrzehnte später ins Bücherregal und lässt sich die Worte auf der Zunge zergehen, begeistert sich für die Kraft der Sprache, die er lange gar nicht erkannt hat.
Für Zitate Liebe eignen sich natürlich die bekanntesten Gedichte des Friedrich von Schiller ausgezeichnet. Einer möchte Bildung suggerieren, ein anderer durch Sinnfälliges imponieren. Und natürlich auch für Liebessprüche bietet sich Schiller sogleich an. Wie er von der zaghaften Hoffnung spricht, in “Die Erwartung” zum Beispiel: “Hör ich das Pförtchen nicht gehen? Hat nicht der Riegel geklirrt? Nein, es war des Windes Wehen, Der durch diese Pappeln schwirrt.” Und weiter geht es: “O schmücke dich, du grün belaubtes Dach, Du sollst die Anmutsstrahlende empfangen! Ihr Zweige, baut ein schattendes Gemach, Mit holder Nacht sie heimlich zu umfangen! Und all ihr Schmeichellüfte, werdet wach Und scherzt und spielt um ihre Rosenwangen, Wenn seine schöne Bürde, leicht bewegt, Der zarte Fuß zum Sitz der Liebe trägt.”
Besonders festlich und passend lassen sich Friedrich von Schillers Werke immer wieder auch als Hochzeitsgedichte nutzen. Allemal gern gewählt wird zum Beispiel Folgendes: “Denn wo das Strenge mit dem Zarten, Wo Starkes sich und Mildes paarten, Da gibt es einen guten Klang. Drum prüfe, wer sich ewig bindet, Ob sich das Herz zum Herzen findet, Der Wahn ist kurz, die Reu ist lang.” Und an anderer Stelle findet sich in diesem Werk auch noch eine brauchbare Anspielung, die die Hochzeitsgesellschaft garantiert ergötzen könnte: “Die Leidenschaft flieht! Die Liebe muss bleiben, Die Blume verblüht, Die Frucht muss treiben.” Die Zeilen “Der Mann muss hinaus Ins feindliche Leben” kann man dabei zur Not weglassen oder sehr leise aufsagen.